Dienstag, 15. Juli 2014

Mach´s digital - Mit dem Tablet durchs Studium

Heute schreibe ich einen für meinen Blog eher ungewöhnlichen Artikel. Normalerweise zeige ich euch hier ja nur solche Dinge, die mich in meiner Freizeit beschäftigen. Dass ich aber daneben noch ein halbes Arbeitsleben und ein Studium absolviere, davon erzähle ich euch eher selten. Genau hier setzt aber der heutige Post ein und genau vor diesem Hintergrund bekam ich vor ein paar Wochen eine Mail von Lisa von deals.com. Sie berichtete mir von ihrem Eindruck, dass unser heutiges Leben zunehmend digitaler wird. Gleichzeitig stellte sie sich die Frage, ob diese digitale Welt auch Einzug in das Studium hält oder ob das Verfassen von Notizen, Mitschriften in Vorlesungen und Vorbereitungen für Klausuren immer noch vorwiegend handschriftlich ablaufen. Die Digitalisierung von Inhalten des Studiums hätte nämlich einen entscheidenden Vorteil: Zeiteinsparung. Zeit ist für mich, mein Studium, meine drei Nebenjobs und mein Freizeitleben ein knappes Gut und muss überlegt eingeteilt werden. Wie toll wäre es, wenn ich durch die Nutzung eines Tablets mein Zeitkonto optimieren könnte! Den folgenden Auftrag von Lisa nahm ich also nur zu gerne an: Eine Woche lang arbeitete ich wie immer handschriftlich mit Stift und Papier. Die folgende Woche nutzte ich das Sony Xperia Z2 Tablet für diese Vorgänge. Mit diesem Post berichte ich euch heute von meinen Erfahrungen.


Normalerweise schleppe ich immer einiges mit mir in die Uni: den Ordner für meinen HiWi-Job, einen Block mit Skripten, Texten und Zusammenfassungen, Bücher aus der Bib, meinen Kalender, mein Mäppchen. Wenn dann noch Sportklamotten, Trinkflaschen, Essen und dergleichen dabei sind, komme ich sicherlich auf fünf Kilo oder mehr. So ein Tablet wiegt dagegen keine 500 g. Aber was nutzt mir Gewichtseinsparung, wenn mir dann wichtige Unterlagen fehlen und ich bestimmte Aufgaben nicht erledigen kann?

Daher habe ich mir überlegt, welche handschriftlichen Tätigkeiten ich tagtäglich durchführe und wie ich diese durch die Tabletnutzung ersetzen könnte. Gleich vorneweg: ohne die Installation von ein paar nützlichen Apps geht es aber nicht!


Die Woche beginne ich sonntags mit dem Schreiben einer Wochen-To-Do-Liste. Mit Bleistift. Damit ich notfalls Dinge hin und her schieben kann und die Liste übersichtlich bleibt, falls sich während der Woche etwas ändert. Diese Liste hefte ich dann in meinen Kalender, den ich ständig mit mir herumtragen muss, damit ich stets Zugriff auf diese Liste habe. Für das Tablet gibt es eine Unmenge an Apps, mit denen man solche Listen digital erstellen kann. Eine App, die sich als besonders hilfreich erwiesen hat, ist Wunderlist. Besonders gut gefällt mir dabei, dass man Unterkategorien erstellen kann. Ein weiterer Pluspunkt ist die Fähigkeit zur Synchronisation mit z.B. dem Smartphone. Hat man das Tablet mal nicht dabei, kann man seine Listen auch mit dem Handy überprüfen, abhaken oder ergänzen. Das ist ziemlich praktisch. Meine handschriftlichen To-Do-Listen könnte ich also getrost mit einem Tablet ersetzen. 


Für mein Studium arbeite ich viel mit Texten. In die Vorlesungen nehme ich die ausgedruckten Skripte mit, damit ich sie während der Vorlesung um Erklärungen und Beispiele ergänzen kann. Zur Vor- oder Nachbereitung der Veranstaltungen müssen wir meistens Texte lesen. Auch diese drucke ich mir aus, streiche mir relevante Textstellen an und mache mir Randnotizen. Mit Apps wie OfficeSuite Pro lassen sich alle gängigen Dateiformate wie Word oder PDF bearbeiten. Man kann Textstellen markieren, Kommentare verfassen und sogar kleine Zeichnungen integrieren. Anschließend bleibt das Dokument in seiner bearbeiteten Version gespeichert.


Zur Vorbereitung auf Klausuren fertige ich häufig Mindmaps an. Damit mache ich mir die Zusammenhänge des Stoffs bewusst und habe eine Visualisierung, mit der ich leichter lernen kann. Apps wie MindBoard funktionieren so simpel wie die handschriftliche Erstellung von Mindmaps. Das Schreiben mit dem Finger ist aber deutlich gröber und lässt meine Schrift noch krakeliger erscheinen als sie eh schon ist. Zwei entscheidende Vorteile haben digitale Mindmaps jedoch. Zum einen kann die Gliederung der Mindmap viel leichter modifiziert werden als bei einer handschriftlichen Mindmap, in der man entweder viel radiert oder gleich nochmal neu anfängt. Zum anderen lassen sich digitale Mindmaps als PDF-Dateien exportieren, per Mail verschicken und so zum Beispiel an Lerngruppen verteilen.


Bei der Erstellung der Mindmaps ist mir ziemlich schnell aufgefallen, dass ich einen Stift bräuchte, der mich feiner auf dem Tablet schreiben lässt. Die herkömmlichen Stifte für Tablets und Smartphones sind sogenannte "Eingabehilfen", die mit einer weichen Kappe die Fingerkuppe imitieren. Schreiben kann man mit diesen Teilen daher also nicht besser als mit dem Finger. In letzter Zeit kommen aber verstärkt neue Stifte auf den Markt, die dünnere Spitzen haben und daher ein klareres Schriftbild erzeugen sollen. Ich habe den Adonit Jot Pro getestet. Das Ergebnis seht ihr auf dem folgenden Bild...


Ich muss leider sagen: das Schreiben auf dem Tablet war eine Qual! Ich habe mir extra die App LectureNotes für das Mitschreiben in Vorlesungen heruntergeladen und den Stift besorgt. Auch wenn die App eine Unmenge an Einstellmöglichkeiten zur optimalen Nutzung zulässt, es funktioniert einfach nicht gut. Legt man die Handfläche auf (was beim Schreiben unvermeidlich ist), erscheinen Störlinien. Aktiviert man die Funktion ´Palm Rejection´ und setzt die Sensitivität herunter, so zerfasert sich das Schriftbild, die Wörter sind kaum noch zu entziffern. Bislang habe ich keine App entdeckt, die besser funktionieren würde. Und wenn man sich ein bisschen schlau macht, so wird schnell deutlich, dass effektives Schreiben eigentlich nur auf solchen Tablets funktioniert, die bereits mit einem Stift geliefert werden und eine dementsprechend abgestimmte Hardware besitzen. Das Mitschreiben in Vorlesungen auf dem Xperia Z2 Tablet ist also leider absolut keine Option für mich und ich muss weiterhin mit Stift und Papier arbeiten.


Für eine effiziente Tabletnutzung im Studium sind noch zwei weitere Dinge ausschlaggebend. Erstens muss man Zugriff auf die benötigten Dokumente haben. Über das Abspeichern in einer Dropbox ist dies zum Beispiel möglich. Zweitens braucht man Internetzugang. Die deutschen Hochschulen sind heute eigentlich alle mit WLan ausgestattet. Meine Uni ist aber noch nicht ganz fortschrittlich. Man kann sich problemlos Zugang zum Hochschulnetz verschaffen und im Internet surfen. Alle Dienste, die jedoch eine Verknüpfung mit dem Internet benötigen (Dropbox, Mailprogramme) funktionieren aber nicht. Dazu müsste ich erst einen VPN-Client auf meinem Tablet installieren. Da dieser jedoch nur Betriebssysteme wie Windows unterstützt, fällt diese Option für mein Tablet flach. Da ich kein IT-Profi bin, habe ich bisher keine Lösung für dieses Problem entdeckt.

Alles in allem ist mein Fazit daher folgendes: das Studium mit einem Tablet zu meistern wäre toll, Zeit-effizient und würde Unmengen an Papier und Gewicht sparen. Aber ich habe leider den Eindruck gewonnen, dass insgesamt noch einiges zu optimieren wäre, damit alle handschriftlichen Arbeiten digital verrichtet werden können. Vor allem was das Schreiben auf dem Tablet angeht. Da sehe ich gerade noch ganz großen Entwicklungsbedarf.

So, das war er nun, mein Tablet-Test. Bisher kannte ich mich mit Tablets überhaupt nicht aus. Ich habe also völliges Neuland betreten. Wie ist das bei euch? Habt ihr ein Tablet? Und wenn ja, nutzt ihr es für die Schule oder die Uni oder ist das Tablet ein Unterhaltungsgerät für euch? Ich freue mich über eure Erfahrungen und Meinungen und vielleicht habt ihr ja sogar noch ein paar Tipps für mich =)

Kommentare:

  1. Ich studiere zwar nicht mehr, aber zu meiner Zeit fingen einige an, während der Vorlesung ihr Notebook aufzuklappen und mitzutippen. Ich hab das einmal versucht und dann nie wieder. Ich bin im handschriftlichen Schreiben schneller. Vor allem Kürzel etc. Die müsste ich erst mühsam auf der Tastatur suchen.
    Und ich bin so ein kleines Angsthäschen, weil es mir schon einmal passiert ist, dass mein Laptop während der Bachelorarbeit den Geist aufgegeben hat: was, wenn irgendetwas mit dem Tablet passiert? Papier verliert man vielleicht mal (was mir nie passiert ist), aber ansonsten kommt es ja eher nicht weg. Und ich brauchte das Gefühl vom Schreiben, um mir die Dinge besser einprägen zu können.

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  2. Ein interessanter Bericht :)
    Ich bin mit meinem Studium zwar fast durch, habe aber auch ganz klassisch gearbeitet. Zum einen, weil mir mein fetter Laptop zu schwer war, um ihn mit in die Uni zu schleppen, und zum zweiten - ganz wichtig - lerne ich viel mehr, wenn ich mir handschriftlichen Notizen uä mache. Tippe ich bei Word mit, bleibt viel weniger hängen. Auch Zusammenfassungen habe ich deshalb immer handschriftlich gemacht. Das dauert zwar länger, aber ich lerne schon beim Schreiben.
    Tablet wäre keine Option für mich, denke ich. Der einzig gute Grund wäre wirklich, Papier zu sparen :D

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  3. Sehr spannend, ich sehe auch immer mehr Studenten mit Tablett und finde es vor allem praktisch, wenn man keine tausend Powerpointfolien ausdrucken muss (auch im Sinne von Umwelt und so). Zum mitschreiben kann ich es mir auch schwer vorstellen, aber ich denke ansonsten ist es nur praktisch und bringt viele Vorteile mit sich (nicht zuletzt das Gewicht). Danke fürs Vorstellen! LG Charlotte

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  4. Interessanter Text. Ich hatte letztes Jahr auch überlegt mir für das Studium ein Tablet zu besorgen. Ich ließ mich von einem Kollegen meines Vaters beraten, der sehr in Technik interessiert ist. Dieser nannte mir ähnliche Nachteile, wie du sie hier auflistet. Daher entschied ich mich dagegen. Ich schreibe liebe viel mit der Hand und technische Vielfalt hält mich da auf. Das einzige was ich gut finden würde, ist der Aspekt, dass man sich das Ausdrucken der Texte sparen würde, aber aus anderer Sicht lese ich lieber vom richtigen Papier. Es gibt für mich zu viele wenn und abers, dass es mich noch nicht gänzlich überzeugt hat mir ein Tablet zu besorgen.

    Trotzdem fand ich es nochmal gut, deinen "Livebericht" lesen zu können. :)

    Liebe Grüße
    Franzi

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  5. Sehr ausführlicher und informativer Post!
    Ich habe vor Beginn meines Masters auch überlegt, mir ein Tablet anzuschaffen. Ich studiere Germanistik und muss für Seminare oft unglaublich viele Texte lesen. Und zwar ein einziges Mal für eine Sitzung. Dafür 30 Seiten Papier auszudrucken, halte ich für absolute Verschwendung. Als ich erfahren habe, dass man mit einem Ebook-Reader auch PDFs lesen kann, habe ich mich für einen Kindle entschieden. Das funktioniert nur leider überhaupt nicht so gut wie mit einem Tablet, da so ein eReader ja jede Seite immer neu aufbauen muss, auch wenn man nur im Dokument ranzoomt. Missen möchte ich das Ding trotzdem nicht ;) Gerade ältere Bücher und Klassiker gibt's als lizenzfreies, kostenloses Ebook und so habe ich schon eine Menge Geld gespart, weil ich mir die Bücher nicht extra anschaffen musste. Ein Tablet kann man natürlich auch als eReader benutzen, vielleicht auch ein interessanter Aspekt für's Studium.
    Würde ich noch mal studieren, dann definitv mit Tablet. Jetzt hab ich nur noch ein Semester vor mir und dafür lohnt sich die Anschaffung nicht mehr.

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  6. Ich glaub das wäre für mich nichts gewesen - ich habe meine handschriftlichen Aufzeichnungen immer gebraucht und bin damit sehr gut klar gekommen. Ich bin irgendwie ein haptischer Mensch. Auch heute habe ich einen Terminplaner in Papierform den ich kreativ gestalten kann.

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  7. Du bist (angehende?) Lehrerin, oder? Hoffentlich keine Deutschlehrerin, denn der Text strotzt nur so von Fehlern... Hier mal einer der auffälligsten Schnitzer: In der Überschrift muss es zwar "Mach's" heißen, aber nicht "durch's", sondern "durchs". http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-abc-der-gebrauch-des-apostrophs-im-ueberblick-a-283781.html

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    1. Danke für den Hinweis, hab das durch´s korrigiert. Hast du sonst noch Fehler gefunden? Ich freue mich über Korrekturvorschläge! Hier noch einen für dich: "strotzt nur so VOR Fehlern"

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    2. Wäre Deutsch meine Muttersprache und ich angehende Deutschlehrerin wäre das sicher peinlich, nicht wahr? Allerdings handelt es sich auch nur um einen Tippfehler. Hier, wie gewünscht, noch ein paar weitere Deiner Fehler: "5 Kilo" --> "fünf Kilo", "vorne weg" --> "vorneweg", "Sonntags" --> "sonntags", "getröst" --> "getrost", "entscheidene" --> "entscheidende", "unverhinderlich" --> "unvermeidlich", ... Außerdem könntest Du mal nachschlagen, wie man den Konjunktiv benutzt!

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    3. danke, alle Fehler sind korrigiert!

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  8. Liebe Sarah, das ist ein sehr interessanter und sehr aktueller Post!
    Ich beschäftige mich im Moment auch sehr viel mit dem Thema E-Books bzw, Tablets, gerade, weil man mit solchen elektronischen Hilfsmitteln eine Menge Papiermüll vermeiden kann... Ich bin aber gleichzeitig ein sehr haptisch veranlagter Mensch und brauche das Gefühl, ein Buch / einen Text in der Hand zu halten und Notizen mit einem Stift auf Papier zu schreiben - Was für ein Dilemma!

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  9. Ich bleibe altmodisch bei Papier und Stift :) In ein paar Vorlesungen merkt man, dass ein paar Leute einfach gar nicht hinterherkommen mit den Folien und dem Abschreiben. Zudem ist es schon mal jemandem passiert, dass er einfach mal eine ganze Vorlesung nicht abgespeichert hat und alles futsch war... Nun ja, und ökologisch ist so ein dauernder Akkuverbrauch ja auch nicht...

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  10. Ich sehe gerade immer mehr Studis mit Tablets in den Vorlesungen und habe mir auch schon überlegt, ob das nicht vielleicht doch sinnvoll sein könnte. Als Geisteswissenschaftler muss ich jede Woche einen Haufen an Texten lesen und Vorlesungsskripte ausdrucken. Mitlerweile habe ich schon Mitleid für all das Papier entwickelt, dass ich bedrucke, einmal lese, vielleicht noch mit Stichpunkten bekritzle und danach irgendwann eh im Altpapier landet. Mit einem Tablet könnte man so viel Papier und natürlich auch Tinte sparen, aber das mit dem Makieren finde ich schon schwierig auf dem Tablet, dann ist natürlich immer passend der Akku leer (an meiner Uni sind die Steckdosen leider Magelware) und schreiben geht ja echt gar nicht. Zum einen kann ich in der Vorlesung nicht so krass schnell über die Tastatur auf dem Tablet mitschreiben, wie unsere Profs den Stoff runter rattern und "handschriftlich" auf dem Tablet mitschrieben, funktioniert ja einfach gar nicht. Und wenn ich eh den Block mitschleppen muss, dann brauch ich mir auch kein teures Tablet zu leisten.

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  11. Ein sehr schöner Post! Ich besitze selber ein Tablet und nutze dies auch teilweise für die Uni. Beispielsweise um die Unmengen an Powerpoint-Folien oder die zahlreiche Texte nicht ausdrucken zu müssen, dafür hat sich das Tablet auf jeden Fall bewährt.
    Mitschreiben auf dem Tablet sehe ich aber wie du eher problematisch. Mit Stift und Block bin ich einfacher schneller und werde deshalb auch erstmal hierbei bleiben.
    Aber ich werde mir auf jeden Fall noch deine Appvorschläge anschauen und vielleicht ist ja etwas für mich dabei! Vielen Dank für den tollen Post!
    Liebe Grüße!

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  12. Für das Tablet gibt es eine Unmenge an Apps, mit denen man solche Listen ... tabletsmittastatur.blogspot.de

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