Mittwoch, 30. Oktober 2013

Canada - Exploring the West // Part IV

Ohje, heute gibt es eine wahre Bilderflut! In der vierten Woche unserer Kanadareise haben wir aber einfach so viel tolles und schönes gesehen, das will ich euch nicht vorenthalten =)

Nachdem wir den Jasper Nationalpark hinter uns gelassen haben, führte unsere Fahrt über den Icefields Parkway, einer Autobahn, die Jasper mit dem Banff Nationalpark verbindet und sich dabei durch gletscherbedeckte Berge und vorbei an glasklaren Seen windet. Entlang der Strecke gibt es viele Parkbuchten und an jeder lohnt sich eine kurze Pause. Unseren ersten Zwischenstopp legten wir beim Columbia Icefield ein. Das Columbia Icefield ist ein hoch oben in den Bergen verstecktes Eisfeld, das mehrere Gletscher speist. Am besten zugänglich ist der Athabasca Glacier, der noch vor 50 Jahren bis zur Autobahn reichte. Auf dem Weg zum Gletscher läuft man an kleinen Schildern mit Jahreszahlen vorbei, die verdeutlichen, bis wohin der Gletscher zu jener Zeit reichte. Noch beeindruckender sind die glattgeschliffenen Steine, die der Gletscher zurücklässt und die von der unglaublichen Kraft zeugen, die Wasser in gefrorener Form erreichen kann. Leider ist der Gletscher wahnsinnig touristisch erschlossen: so kann man den Gletscher in geführten Gletschertouren besteigen oder sich mit großen Eisbussen auf den Gletscher fahren lassen und dort ein wenig auf ihm herumspazieren. Ich finde solche Aktionen eigentlich eher fragwürdig... immerhin dient aber das eingenommene Geld dem Erhalt des Nationalparks.


Als nächstes unternahmen wir eine kleine Wanderung zum Parker Ridge, einem Berggrat, der einen phänomenalen Blick auf einen Gletscher freigibt, der ebenfalls vom Columbia Icefild gespeist wird: dem Saskatchewan Glacier. Auch hier erhielten wir einen fantastischen, aber gleichzeitg auch erschreckenden Blick auf einen Gletscher, der einst die Landschaft extrem verändert hat und jetzt schon so weit abgeschmolzen ist, dass nur noch eine Art leeres Flußbett übrig bleibt.


Am selben Tag verspürten wir so eine extreme Wanderlust, dass wir nach dem Parker Ridge Trail gleich noch eine andere Wanderung in Angriff nahmen: den sogenannten Wilcox Pass Trail. Dieser führte uns erst auf eine Erhöhung gegenüber des Athabasca Glacier und anschließend auf eine versteckte alpine Heide, die sich kilometerlang zwischen zwei Bergketten hinzog. In völliger Einsamkeit begegneten uns viele verschiedene Tiere: die üblichen Eichhörnchen, Bighhorn Sheep, Pikas, Erdmännchen und sogar ein Kojote! Die Mischung war einfach perfekt. Alpine Landschaft, aber keine Steigungen, kilometerweite freie Sicht, Sonnenschein, aber nicht zu heiß... in solchen Momenten läuft man einfach nur. Man lässt alle Sorgen und Gedanken hinter sich, lässt den Blick über die Landschaft schweifen, spricht über Gott und die Welt und ist einfach nur zufrieden. Wie gern würde ich mir solche Momente konservieren und sie in stressigen Situationen wieder hervorkramen! Irgendwann zwang uns dann aber der Hunger, die Erschöpfung und vor allem die untergehende Sonne dazu umzukehren. Zurück auf unserem Campground waren wir wirklich erledigt. 20 Kilometer Marsch am Tag machen sich dann trotz aller Idylle zu spüren ;)


Nach diesem anstrengenden Tag brauchten wir erstmal eine Pause. Wir fuhren also die restliche Strecke bis nach Banff gemütlich durch, hielten nur einmal kurz am Peyto Lake und fotografierten ansonsten direkt aus dem Auto heraus. In Banff angekommen gönnten wir uns einen Besuch bei Tim Horton´s (oh ihr sourcream glazed Donuts, wie ich euch vermisse!) und warfen einen kurzen Blick ins Banff Park Museum. Das Museum ist eine Art Naturkundemuseum, das alle im Park vorkommenden Tiere als ausgestopfte Versionen zu bieten hat. Präparierte Tiere sind wirklich was seltsames. Irgendwie abstoßend, aber faszinierend zugleich ;)


Den nächsten Vormittag verbrachten wir mit einer Wanderung auf einem vom Bergwerk zerfressenen Berg, dessen Oberfläche an vielen Stellen aufbricht und in alte Minenschächte stürzt. Viel interessanter als die alten Minen waren aber definitiv die vielen Pikas, kleine hasenartige Nagetiere, die bevorzugt in Geröllhalden und Bergrutschen leben und ihre Angehörigen mit einem lauten "Piiiiieeeeek" vor Gefahr warnen. Pikas sind äußerst scheu und meistens hört man sie mehr als dass man sie sieht. Mit viel Geduld und Vorsicht konnte mein Freund aber doch wunderbare Fotos schießen.


Banff ist ein ziemlich touristisches Städtchen, indem es viele Einkaufsmöglichkeiten wie Souvenirshops und Outdoorläden gibt. Auch wenn die kanadische Natur ihren Reiz hat und ich mich auf den Campingplätzen und in unserem Auto pudelwohl gefühlt habe, ein kleiner Bummel durch eine Fußgängerzone und ein heißer Kaffee waren dann doch auch mal wieder eine schöne Abwechslung ;)

Nach 2 Tagen brachen wir unsere Zelte in Banff ab und fuhren zum Lake Louise, unserem letzten Stop im Banff Nationalpark. Lake Louise ist ein märchenhafter, türkisfarbener See, der vollkommen still zwischen massiven Bergen und Gletschern liegt und unglaublich viele Touristen anzieht, die sich dann im teuren Chateau Lake Louise einquartieren und von da aus die Sicht auf den spiegelglatten See genießen. Die Gegend um Lake Louise hat aber noch einiges mehr zu bieten als nur den See und so starteten wir von dort zu einer Wanderung, die uns in die Nähe des Gletschers führte, welcher den Lake Louise mit Wasser versorgt, dem Victoria Glacier. Leider hatten wir an diesem Tag nicht wirklich Glück mit dem Wetter. Eine Wolkendecke versperrte uns erst den Blick auf die Berge, die den Lake Louise einrahmen und holte uns dann auf unserer Wanderung nach oben ein, um schließlich genau an unserem Ziel auf uns abzuregnen. Trotz des Regens hat sich die Wanderung aber gelohnt. Ein Wolverine (eine große Marderart) huschte vor uns über den Weg, wir trafen zum ersten Mal asiatische Menschen, die gewandert sind (und nicht nur Busgefahren sind und fotografiert haben :D) und wir konnten eine alte Schutzhütte bestaunen, die Bergführer aus der Schweiz in den 1940er Jahren gebaut hatten.


Nach einer Nacht auf dem Lake Louise Campground ging unsere Reise auch schon weiter. Sie führte uns als nächstes in den Yoho und den Glacier Nationalpark und schließlich zurück nach Vancouver. Dazu nächstes Mal mehr =)

Kommentare:

  1. Diese Berge. DIESE BERGE. aaahhh. Ich bin verliebt. :-)

    Liebste Grüße

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  2. Wow, die Bilder sind der HAMMER! Besonders die mit den Spiegelungen auf dem See. Wie aus einem Reisemagazin! Die würden sich super für tolle Reisekalender oder als großes Bild an der Wand machen!!!
    Viele Grüße, Goldengelchen

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  3. Oh man, ist das dort traumhaft. Bin neidisch!

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  4. Deine Reiseberichte von Kanada sind so schön! Und die Fotos erst. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie beeindruckend das alles in der Realität sein muss, wenn die Fotos ja schon so atemberaubend sind. Ich glaube, die muss ich bei Gelegeheit mal meinem Vater zeigen, dann bucht er bestimmt sofort einen Flug nach Kanada :D

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  5. Ohhh wie wundervoll. Alles sieht so unberührt aus. Und die Natur, die Weite und die Tiere- herrlich.
    Danke für die tollen Fotos und Eindrücke. Da würde ich auch so gerne einmal hin, da kann man fast neidisch werden ;)
    Liebe Grüße.

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  6. Da hast du aber viel Glück gehabt, einen Pfeiffhasen so gut vor die Linse bekommen zu haben. : )

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